Die Haftpflichtversicherung - Wissenswertes und häufig gestellte Fragen zur Privaten-Haftpflichtversicherung

Absolute Ausschlüsse

Es wird zwischen absoluten und relativen Ausschlüssen unterschieden. Relative Ausschlüsse können durch Zusatzvereinbarungen in den Versicherungsschutz eingeschlossen werden. Bei den absoluten oder auch unabdingbaren Ausschlüssen geht dies nicht.

Allmählichkeitsschäden

Schäden die allmählich, durch bestimmte Einwirkungen wie z.B. Feuchtigkeit entstehen, nennt man Allmählichkeitsschäden. Häufig sind diese Schäden nicht über die PHV versichert. Es gibt jedoch Tarife, die diese Art der Schäden einschließt.

Aufsichtspflicht

Wenn durch die Verletzung der Aufsichtspflicht Kinder schuldhaft einen Schaden verursachen, haften deren Eltern dafür. Werden Kinder von Tagesmüttern oder Babysittern beaufsichtigt, gilt auch hier die Aufsichtspflicht und der Beaufsichtigende haftet im gleichen Rahmen. In der Grunddeckung der PHV ist die entgeltliche Betreuung von Kindern nicht versichert. Über Deckungserweiterungen kann diese Gefahr jedoch oftmals versichert werden. Einige Versicherer verzichten in der PHV auf die Prüfung der Aufsichtspflichtverletzung.

Auslandsdeckung

Ausgeschlossen bleiben in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen für die Haftpflichtversicherung (AHB 2008) Haftpflichtansprüche aus im Ausland vorkommenden Schadenereignissen. Die meisten Versicherer bieten jedoch inzwischen Versicherungsschutz für einen Auslandsaufenthalt von einer Dauer bis zu einem Jahr oder länger an. Dabei ist zu unterscheiden, ob es sich um einen Auslandsaufenthalt innerhalb oder außerhalb Europas handelt, da die Dauer der Deckung unterschiedlich gehandhabt wird. Siehe auch Geltungsbereich PHV

Deckungssumme

Als Deckungssumme bezeichnet man den Höchstbetrag, bis zu dem bei einem Schadensereignis von der Versicherung gezahlt wird. Teilweise wird die Deckungssumme nach Personen-, Sach- und Vermögensschäden gegliedert. Immer mehr Versicherer haben diese Schäden pauschal in einer Deckungssumme tarifiert. Egel welcher Schaden entsteht, die gesamte Summe steht i. d. R. zur Deckung zur Verfügung.

Deliktunfähigkeit

Damit der Verursacher eines Schadens verantwortlich gemacht werden kann, muss die Person Deliktfähig bzw. Schuldfähig sein. Gemäß BGB gibt es verschiedene Stufen der Deliktfähigkeit. Da Kinder und Jugendliche nur bedingt haftbar gemacht werden können, gibt es die Möglichkeit vom Aufsichtspflichtigen Schadenersatz zu fordern. Weitere Informationen finden Sie unter Aufsichtspflicht.

Eheähnliche Lebensgemeinschaft

Fast alle Versicherer gewähren in der Privathaftpflichtversicherung prämienfreien Versicherungsschutz auch für den Partner des Versicherungsnehmers, sofern er namentlich im Antrag bzw. nach Vertragsabschluss nachgemeldet wird. Voraussetzung ist, dass der Versicherungsnehmer mit dem Partner in häuslicher eheähnlicher Gemeinschaft lebt.

Fahrlässigkeit

Das außer Acht lassen der allgemein zu erwartenden Sorgfalt nennt man Fahrlässigkeit. Dabei wird zwischen leichter und grober Fahrlässigkeit unterschieden. Sowohl leicht fahrlässiges, als auch grob Fahrlässiges Verhalten begründet in der PHV keine Leistungseinschränkung. Lediglich vorsätzliches Handeln führt zum Verlust des Versicherungsschutzes.

Gefährdungshaftung (Haftung ohne Verschulden)

Die Haftpflichtversicherung leistet regelmäßig bei Schäden mit Verschulden. Allein durch die Schaffung eines gefährdenden Sachverhaltes kann die Haftung ohne Verschulden gegeben sein. Tierhalter ( Hund, Pferd etc. ), Halter von KFZ etc. haften auch ohne Verschulden für Schäden die durch die Gefahr entstehen. Für diese Risiken gibt es spezielle Haftpflichtversicherungen, die zum Teil auch gesetzlich vorgeschrieben sind ( KFZ-Haftpflicht ) , da diese in der Regel nicht über die PHV abgedeckt sind.

Geltungsbereich

Der Vertragsschutz der Haftpflichtversicherung gilt bei allen Versicherern im Inland. Vorübergehende Auslandsaufenthalte im europäischen Ausland sind oftmals in der Privathaftpflichtversicherung mit eingeschlossen. Bei weltweiter Geltung ist der Versicherungsschutz zeitlich auf 1 bis 5 Jahre bei vorübergehenden Auslandsaufenthalten begrenzt (je nach Anbieter).

Haftpflicht

Nach den Grundsätzen des Zivilrechts bestehende Verpflichtung zum Schadenersatz. Die PHV leistet für die begründeten Schadenersatzansprüche und wehrt die unbegründeten Ansprüche ab.

Haftung

Wer durch sein Tun oder Unterlassen einem Dritten einen Schaden zufügt, haftet dafür. Er ist zum Schadenersatz verpflichtet, dass heißt er ist haftpflichtig. Die Haftung kann durch Verschulden oder Schaffung einer Gefahr ( z. B. KFZ) begründet sein. Haften mehrere Personen gleichzeitig für einen Schaden, spricht man von Mithaftung oder gesamtschuldnerischer Haftung.

Mietsachschäden

Prinzipiell sind Mietsachschäden, d.h. Schäden die Sie als Mieter an der gemieteten Wohnung oder des Einfamilienhauses verursachen, in der PHV ausgeschlossen. Oftmals sind diese in den meisten Tarifen durch Klausen inzwischen jedoch mitversichert. Die beweglichen Teile eines Mietobjektes ( Mobiliar etc.) oder Heizungsanlagen und Glasschäden bleiben jedoch ausgeschlossen. Bei Mietsachschäden in Hotels oder Ferienwohnungen sind die beweglichen Sachen meist mitversichert.

Mitversicherte Personen

Grundsätzlich sind in der Familienhaftpflichtversicherung folgende Personen mitversichert:

  • Versicherungsnehmer
  • Ehegatte oder Lebenspartner
  • Deren unverheiratete minderjährige Kinder
  • Deren volljährige Kinder, die sich noch in der Schulausbildung oder in der ersten Berufsausbildung befinden

Darüber hinaus wird in den einzelnen Tarifen ein individueller Personenkreis definiert. Bei Single-Privathaftpflichtversicherung ist in der Regel nur der Versicherungsnehmer versichert.

Personenschäden

Als Personenschäden bezeichnet man alle Verletzungen des menschlichen Körpers. Personenschäden können auch psychische Folgen einer schuldhaften Handlung sein. Auch die Tötung eines Menschen fällt unter den Begriff der Personenschäden.

Private Haftpflichtversicherung

Nach § 823 BGB ist zum Schadenersatz verpflichtet, wer einen Schaden schulhaft oder fahrlässig verursacht. Die private Haftpflichtversicherung übernimmt dieses Risiko und bietet gleichzeitig passiven Rechtsschutz, da sie die Ansprüche prüft und unbegründete Ansprüche abwehrt.

Regressansprüche der Sozialversicherungsträger

Bei Körperverletzungen gewähren die gesetzlichen Krankenkassen ihre Leistungen unabhängig von der Unfallursache. Bei Arbeitsunfällen leisten die gesetzlichen Unfallversicherungsträger. Kommt es zu tödlichen Verletzungen, dann hat die gesetzliche Rentenversicherung oder die Unfallversicherung oftmals Renten an die Hinterbliebenen zu zahlen. In allen Fällen prüfen diese Sozialversicherungsträger, ob für die von Ihnen gewährten Leistungen schadensersatzpflichtig sind. Ist dies der Fall, dann gehen die Haftpflichtansprüche durch einen gesetzlichen Forderungsübergang auf die Sozialversicherungsträger über. Wenn der Versicherungsnehmer einer mitversicherten Person schuldhaft einen solchen Schaden zufügt, wird die eigene PHV in der Regel nicht leistungspflichtig, da Schäden an mitversicherten Personen grundsätzlich ausgeschlossen sind. Einige Versicherer übernehmen aber auch in einem solchen Fall die entstandenen Regressansprüche.

Sachschäden

Alle Schäden an beweglichen und unbeweglichen Sachen (auch Tiere und Gebäude), nennt man Sachschäden.

Schlüsselrisiko

Das Risiko das durch den Verlust von privaten oder beruflich genutzten Schlüsseln entsteht, nennt man Schlüsselrisiko. Das Schlüsselverlustrisiko ist meist nicht über die Haftpflichtversicherung mitversichert. Durch besondere Klauseln kann dieses Risiko jedoch ganz oder teilweise eingeschlossen werden. Es gibt in der Regel jedoch Begrenzungen hinsichtlich der Deckungshöhe.

Verletzung der Aufsichtspflicht

Da Kinder bis zum 7. Lebensjahr nicht und vom 7. bis 18. Lebensjahr nur eingeschränkt haften, kann ein durch Kinder Geschädigter besonders in Schwierigkeiten kommen. Um dem entgegenzuwirken, kann auch derjenige haftbar gemacht werden, der die Aufsichtspflicht über das Kind hatte. Meist sind das die Eltern oder Großeltern, aber auch Babysitter und Nachbarn können aufsichtspflichtig sein. Derjenige, der die Aufsichtspflicht hatte, muss den Schaden ersetzen, den das beaufsichtigte Kind einem Dritten widerrechtlich zugefügt hat. Diese so genannte Ersatzpflicht gilt nur, wenn aufsichtspflichtige Personen ihrer Aufsichtspflicht "schuldhaft nicht nachgekommen sind. Eine Entlastung von der Pflicht Schadenersatz zu leisten ist nötig, da der Gesetzgeber zunächst immer von einer schuldhaften Verletzung der Aufsichtspflicht ausgeht. Der Aufsichtspflichtige muss nachweisen, dass er seiner Aufsichtspflicht genügt hat oder dass der Schaden auch bei gehöriger (ausreichender) Beaufsichtigung entstanden wäre. Die Beweislast bei der Haftung des Aufsichtspflichtigen nach § 832 BGB bezeichnet man deshalb als "umgekehrte Beweislast". Siehe auch unter Aufsichtspflicht

Vermögensschaden

Alle Schäden, die nicht Personen- oder Sachschäden darstellen, sind Vermögensschäden. Wenn einem Geschädigten ein Vermögensnachteil, z.B. Verdienstausfall wegen Verletzung entsteht, ist dies ein Vermögensschaden.

Verschuldenshaftung

Der § 823 im BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) ist die Grundlage für die sogenannte Verschuldungshaftung. Dort sind die Tatbestände beschrieben, die eine Schadenersatzpflicht zur Folge haben. Das sind:

  • Verschulden
  • Rechtsgutverletzung
  • Widerrechtlichkeit
  • adäquater Kausalzusammenhang
  • Deliktsfähigkeit

Vertragslaufzeit

Alle auf dieser Website angebotenen Versicherungsprodukte haben eine Vertragslaufzeit von 1 Jahr. Wird der Vertrag nicht mind. 3 Monate vor Ablauf gekündigt, so verlängert er sich automatisch um ein weiteres Jahr.

Vorsatz

Vorsatz ist das Wissen und Wollen einer Person, dass ihre Handlung einen gewünschten Erfolg bringt. Auch der bedingte Vorsatz, d.h. die Person nimmt den für möglich gehaltenen Erfolg billigend in Kauf, führt in der PHV zur Leistungsfreiheit des Versicherers.

Schadenfreiheits-Rabatt (InterRisk) Klausel 7771

1. Voraussetzungen

Die InterRisk gewährt einen Schadenfreiheits-Rabatt in Höhe von 25 %, sofern seit mindestens 5 Jahren Versicherungsschutz gegen die im Versicherungsschein genannten Gefahren bei uns oder einer anderen Gesellschaft besteht und in den letzten 5 Jahren keine Entschädigungsleistung erbracht wurde.

2. Wegfall

Nach Zahlung einer Entschädigung fällt der Schadenfreiheits-Rabatt mit Wirkung ab dem darauf folgenden Versicherungsjahr weg.

3. Wiedergewährung

Der nach Nr. 2 weggefallene Schadenfreiheits-Rabatt wird wieder gewährt, sobald über einen Zeitraum von 5 Versicherungsjahren keine Entschädigungsleistung mehr erbracht wurde.

4. Erstmalige Gewährung

Waren die Bedingungen für die Gewährung eines Schadenfreiheits-Rabattes bei Vertragsbeginn noch nicht gegeben, wird der Schadenfreiheits-Rabatt mit Beginn des Versicherungsjahres gewährt, das auf die Erfüllung der Voraussetzungen nach Nr. 1 folgt. Bei danach erfolgenden Entschädigungszahlungen gelten die Regelungen nach Nr. 2 und Nr. 3.

Selbstbehalt bei nicht schadenfreier Versicherungszeit (InterRisk)

Der gewählte Selbstbehalt erhöht sich wie folgt, falls kein seit mindestens 5 Jahren schadenfreier Vorvertrag bei der InterRisk oder einer anderen Gesellschaft besteht:

gewählter Selbstbehalt erhöhter Selbstbehalt
ohne 150,00 € (Klausel 7780)
150,00 € 400,00 € (Klausel 7781)
300,00 € 600,00 € (Klausel 7782)
500,00 € 800,00 € (Klausel 7782)

Kann keine seit mindestens 5 Jahren schadenfreie Vorversicherung nachgewiesen werden oder tritt während der Vertragslaufzeit ein Schaden ein, so gilt der erhöhte Selbstbehalt bis 5 Jahre nach Beginn der Vorversicherung und nach Eintritt des letzten Schadens.

Sind die Voraussetzungen für den niedrigeren Selbstbehalt erfüllt, wird die InterRisk den Kunden bei Auszahlung einer Entschädigung darauf hinweisen, dass im Falle weiterer Schäden der erhöhte Selbstbehalt gilt. Dem Kunden wird dabei auch die Möglichkeit eingeräumt, sich innerhalb eines Monats dafür zu entscheiden, statt des Selbstbehaltes einen erhöhten Beitrag zu zahlen, der dann nach 5-jähriger Schadenfreiheit wieder gesenkt wird.

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